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waxyGerste

Zusätzliches Marktsegment für Gerste

Erste waxyWintergerste in Europa zugelassen für Dieckmann Seeds

Vorteile waxyGerste im Überblick

  • Neuer Rohstoff für Amylopektin-Stärke
  • gute industrielle Marktpotenziale für waxyGersten-Mehl
  • vertraglich abgesicherter Anbau
  • schnelle Verkleisterung bei niedrigen Temperaturen
  • hohes Wasserbindevermögen
  • kaum Retrogradation

Mit der Sorte WAXYMA erhielt Dieckmann Seeds als erstes Züchterhaus in Europa im Frühjahr die Zulassung für ein waxy Wintergetreide. Neben Futtergerste und Braugerste ist mit dieser waxyGerste jetzt erstmalig eine ertragreiche Stärke-Wintergerste verfügbar.

Dieser bedeutende Züchtungsfortschritt wurde durch konventionelle Züchtung erreicht und zeigt die große Bandbreite züchterischer Möglichkeiten auf Basis natürlicher Selektion. Die Stärke der waxyGerste besteht zu 95% aus Amylopektin, während normale Getreidesorten aus ca. 30% Amylose und 70% Amylopektin zusammengesetzt sind. Damit eröffnet sich für die Landwirtschaft ein zusätzlicher Absatzmarkt für Gerste im Bereich der Mühlen und der stärkeverarbeitenden Industrie. Durch einen vertraglich abgesicherten Anbau soll eine hohe Qualität sicher gestellt und der Landwirt an der erhöhten Wertschöpfung beteiligt werden. waxyGerste kann problemlos im gesamten Bundesgebiet angebaut werden.

Neuer Rohstoff für die Stärkeverarbeitenden Industrie
Gerste wird bislang kaum für die Stärkegewinnung genutzt. Interessant für die Verarbeiter wird sie jetzt durch die Amylopektin-Stärke der waxyGerste und in Zusammenhang mit dem steigenden Gesundheitsbewusstsein in der Bevölkerung. Hierdurch steigt die Nachfrage nach Ballaststoffen als Zusatzstoff für Lebensmittel stark an. Gerste enthält besonders hohe Anteile an wertvollen löslichen Ballaststoffen, den ß-Glucanen. Noch höhere Anteile weisen waxyGersten auf. Auch nutzt die Stärke-Industrie in Deutschland zu fast 2/3 Kartoffeln als Rohstoff mit einer begrenzten Lagerfähigkeit. waxyGerste könnte hier eine neue attraktive Möglichkeit für eine ganzjährige Stärkeproduktion bieten. Verbunden mit der hohen Funktionalität der Amylopektin-Stärke dürfte die waxyGerste daher gute Chancen haben, als neuer Rohstoff in der Stärkeverarbeitenden Industrie eingesetzt zu werden.

Die neue Stärke im Profil
Die Bezeichnung „waxy“ stammt ursprünglich von der durchsichtigen, wachsartigen Kornfarbe amylopektinreicher Getreidesorten. Amylopektin ist eine komplex verzweigte Stärke, Amylose eine langkettige lineare Stärke. Beides sind Polymere aus Glucosemolekülen, die sich jedoch deutlich in ihren physikalischen und chemischen Eigenschaften unterscheiden. In vielen Produkten werden nur die Eigenschaften des Amylopektin benötigt, so dass die Amylose durch chemische Modifikation neutralisiert werden muss. Amylopektin löst sich besonders frühzeitig in Wasser und verkleistert bei niedrigen Temperaturen. Sie gibt das Wasser auch nach längerer Zeit nicht wieder ab. Die Auskristallisation der Amylose-Stärke, die z.B. zum „Altbacken werden“ des Brotes führt, tritt bei Amylopektin-Stärke nicht auf.
Daher wird Amylopektin-Stärke in weiten Bereichen der Lebensmittelindustrie, der Papier- und Wellpappen-Industrie, der Chemie sowie in der technischen Industrie eingesetzt.
Die Viskositäten, die sich mit waxyGerste im Verarbeitungsprozess und im Endprodukt zeigen, werden sonst durch chemische oder physikalische Modifizierung erreicht. In der Korngrößenverteilung der Stärke kommt die waxyGerste einer waxy Mais-Stärke nahe.

Attraktiver Stärkeertrag
Auch der hohe Amylopektin-Gehalt der waxyGerste ist vergleichbar mit dem von waxyMais. Die 95 Prozent sind umweltstabil in der waxyGerste verankert und unabhängig von den klimatischen Verhältnissen und Anbaubedingungen gegeben. Die Hektarerträge der waxyGerste erreichen beinahe das Niveau normaler Wintergersten. Damit ist ein Stärkeertrag pro ha von 3,8 to möglich, was verglichen mit ca. 2 to bei Erbsenstärke und 4-5 to bei einer normalen Weizenstärke auf einem attraktiven Niveau liegt.

Ansprechpartnerin
Karin Dieckmann
Telefon: 05724 9519-17
k.dieckmann@dieckmann-seeds.de